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Sprachwelt.de - Sprachen (A-Z) - Akkadisch (z.B. Babylonisch)

Markus Hilgert, Walter Sommerfeld (Hrsg.)
Akkadisch in der Ur III-Zeit



Die herkömmliche Sichtweise der frühen akkadischen Sprachgeschichte ist durch zwei grundlegende Annahmen geprägt:
  • Die gesamte akkadische Überlieferung des dritten Jahrtausends v.Chr. (Präsargonisch-, Sargonisch-, Ur III-Akkadisch) bildet eine weitgehend homogene sprachliche Einheit, das sogenannte »Altakkadische«.
  • Als Resultat eines sprachgeschichtlichen »Bruchs« nach dem Ende der Ur III-Zeit (ca. 2000 v.Chr.) manifestieren sich zu Beginn des zweiten Jahrtausends v.Chr. die beiden Hauptdialekte des Akkadischen, Babylonisch und Assyrisch, erstmalig in den keilschriftlichen Textquellen.


»Akkadisch in der Ur III-Zeit« verfolgt das Ziel, dieses konventionelle sprachgeschichtliche Beschreibungsmodell kritisch zu überprüfen und durch ein deutlich modifiziertes, neuartiges zu ersetzen.

Grammatische Einzelanalysen und der sprachhistorische Vergleich erweisen das Akkadische der Ur III-Zeit als eine frühe Überlieferungsstufe des Babylonischen, die sich nur unwesentlich vom Altbabylonischen, jedoch grundsätzlich vom Sargonisch-Akkadischen unterscheidet. Damit ist die babylonische Sprachtradition nun lückenlos bis zum Ende der Akkade-Zeit zurückzuverfolgen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Lexikon und Morphologie des Verbums ergänzt durch längere Exkurse zu Syllabar und Orthographie sowie zu weiteren, sprachgeschichtlich relevanten Teilbereichen der Grammatik. Zahlreiche namenstypologische und prosopographische Analysen dienen der Strukturierung des primär onomastischen Belegmaterials. Neben synoptischen Tabellen runden ein Belegstellenindex, eine Zeichenliste sowie ein ausführliches Register den Band ab.

Thema und Zielsetzung:
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die sprachgeschichtliche Stellung des Akkadischen der Ur III-Zeit (nach der mittleren Chronologie 2112-2004 v.Chr.) innerhalb der historischen Grammatik des Akkadischen zu bestimmen. Im Vordergrund stehen dabei die umfassende Dokumentation und grammatikalische Analyse derjenigen Sprachzeugnisse, die es uns erlauben, Aussagen zu Lexikon und Morphologie des Verbums im Akkadischen der Ur III-Zeit zu machen. Ausgehend von der Behandlung des Verbalkomplexes werden darüberhinaus auch solche Teilbereiche der akkadischen Grammatik beleuchtet, in denen sich charakteristische, sprachgeschichtlich relevante Merkmale des Ur III-Akkadischen beschreiben lassen und denen daher im Rahmen der Zielsetzung dieser Untersuchung eine besondere Bedeutung zukommt. Bei diesen Teilbereichen handelt es sich in erster Linie um die Nominalflexion, die Partikeln, die Syntax sowie Syllabar und Orthographie. Hier mußte jedoch auf eine vollständige Dokumentation und Erörterung der entsprechenden Sprachzeugnisse verzichtet werden, da ein solches Unterfangen den inhaltlichen und äußeren Rahmen dieser Studie bei weitem gesprengt hätte.

Eine eingehende Untersuchung des Ur III-Akkadischen, die wesentlich auf die Beschreibung und Erörterung von Detailproblemen ausgerichtet ist, scheint gegenwärtig auf der Grundlage folgender Feststellungen dringend geboten:
  • Das Akkadische der Ur III-Zeit ist als eigenständige Sprachstufe des Akkadischen noch nie monographisch behandelt worden. Es gehört damit nicht nur zu den am unzureichendsten dokumentierten Sprachstufen und Dialekten des Akkadischen allgemein, sondern es ist auch in seiner Bedeutung für das Verständnis der diachronen akkadischen Sprachentwicklung eine nahezu unbekannte Größe.
  • Seit der letzten umfassenden Bestandsaufnahme zum Akkadischen des dritten Jahrtausends durch Ignace J. Gelb vor über vier Jahrzehnten hat sich die Zahl der Ur III-zeitlichen Textquellen mehr als verdreifacht. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, daß sich unter den seither neu hinzugekommenen Keilschrifttexten eine beträchtliche Anzahl von Verwaltungsurkunden befindet, die aus Nord- bzw. Mittelbabylonien stammen und die einen vergleichsweise hohen Anteil an akkadischen Eigennamen, Lehnwörtern und Syntagmen aufweisen. Mit ihnen ist auch die Gruppe der ausschließlich in syllabischem Akkadisch abgefaßten Texte signifikant angewachsen.
    Die Erforschung des Akkadischen der Ur III-Zeit sieht sich so einer sprachlichen Quellenlage gegenüber, die sich seit den seinerzeit wegweisenden Arbeiten Gelbs quantitativ und qualitativ ganz wesentlich verbessert hat und die dadurch der schrittweisen Rekonstruktion von Lexikon und Grammatik neue Dimensionen eröffnet.
  • Die akkadistische Forschung der vergangenen zwei Jahrzehnte hat bahnbrechende Erkenntnisse zu denjenigen Sprachstufen des Akkadischen gewonnen, die dem Akkadischen der Ur III-Zeit unmittelbar vorausgehen bzw. folgen. Im Lichte dieser neuesten Forschungsergebnisse zum Akkadischen der vorhergehenden sargonischen Epoche und den frühen Entwicklungsstufen des Altbabylonischen, die sich chronologisch nahezu lückenlos an die Zeit der Dritten Dynastie von Ur anschließen lassen, ist die Erschließung und sprachgeschichtliche Einordnung des Ur III-Akkadischen zu einem besonderen Desiderat der Akkadistik geworden.

    Das leidige Fehlen einer solchen umfassenden Untersuchung zum Akkadischen der Ur III-Zeit ist daher auch gerade in der einschlägigen Fachliteratur der jüngsten Vergangenheit wiederholt und prononciert zur Sprache gebracht worden. Auf der Grundlage der bereits geleisteten, exzellenten Vorarbeiten zur Grammatik des Sargonisch-Akkadischen einerseits und des Archaisch-Altbabylonischen andererseits scheint es nun besser denn je zuvor möglich, das Akkadische der dazwischenliegenden Periode in angemessener Weise zu erschließen und die ihm zukommende Stellung innerhalb der frühen akkadischen Sprachgeschichte erstmals eindeutig zu definieren.

    Um der besonderen sachlichen und methodischen Problematik Rechnung zu tragen, die mit einer monographischen Behandlung des Ur III-Akkadischen verbunden ist, erscheint es angebracht, im folgenden detailliert auf Aspekte der Forschungsgeschichte zum älteren Akkadischen, Umfang und Charakter des ausgewerteten Quellenmaterials sowie die hier angewendete Methode einzugehen. In einer Zusammenfassung der in dieser Arbeit erzielten Ergebnisse wird daran anschließend die sprachgeschichtliche Stellung des Ur III-Akkadischen erörtert.

    Rhema Verlag, 2002, 816 S.
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